Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Wohnkultur für aktive Ruheständler

Modern, selbstbestimmt, zentral wohnen – im Herzen der Innenstadt: Im Obergeschoss der Lippe Galerie entsteht ab Mai eine besondere Form des altersgerechten Wohnens: Die Johanniter und die Verantwortlichen der Lippe Galerie planen dort für insgesamt rund vier Millionen Euro 40 barrierefreie Wohnungen mit Service –für Wohnkultur im Ruhe-stand: das Lippe-Carré.

Die Idee

Die Idee für das Projekt ist 2017 entstanden: „Wir haben die Lippe Galerie 2015 gekauft, mit dem Ziel, Einzelhandel in der Galerie zu etablieren“, erinnert sich Laura Teigeler, geschäftsführende Gesellschafterin der Lippe Galerie. Damals gab es mehr als 70 Prozent Leerstand, so Teigeler. Für das Obergeschoss habe man nach zukunftsträchtigen Lösungen gesucht, sich dazu entschieden, Wohnungen zu bauen und mit den Johannitern einen Partner gefunden.
Den Grundgedanken für das Projekt liefert der deutsche Sänger Udo Lindenberg, der seit 20 Jahren im Hotel Atlantic in Hamburg lebt: Die Bewohner sollen den Komfort eines Hotels in den eigenen vier Wänden genießen. Das Motto: „modern, selbstbestimmt, zentral“. „Die Wohnkultur im Ruhestand soll ein Wohngefühl vermitteln, wo Menschen sich verwirklichen können“, erklärt Johanniter-Regionalvorstand Udo Schröder-Hörster. Während andere alternative Wohnformen des betreuten Wohnens darauf ausgelegt seien, persönliche Defizite zu kompensieren, soll es hier darum gehen, so lange wie möglich aktiv und selbstbestimmt zu leben. Kurz: „Die Bewohner sollen die Möglichkeit haben, unbeschwert den Tag zu genießen.“

Die Zielgruppe

Das Wohnprojekt soll Menschen ansprechen, die auch im Ruhestand aktiv am Leben teilhaben möchten: „aktive Ruheständler“, bringt Schröder-Hörster die Zielgruppe auf den Punkt. Sie sollen ihr Privatleben nach ihren individuellen Bedürfnissen gestalten, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, Service genießen und so lange wie möglich unabhängig bleiben.

Die Wohnungen

Im Obergeschoss der Lippe Galerie entstehen auf insge-samt rund 5000 Quadratmetern 40 barrierefreie Wohneinheiten jeweils mit modern eingerichteter Küche, Ab-stellraum, Balkon oder Loggia – für Singles und Paare.„Die Wohnungen sind zwischen 47 und 90 Quadratmeter groß“, so Schröder-Hörster. Die Räume können individuell eingerichtet werden. Jede Wohnung verfügt unter anderem über einen 24-Stunden-Notruf.

Der Service

Den Bewohnern steht ein umfangreiches Gemeinschafts- und Serviceangebot zur Verfügung. Dazu gehören aut Schröder-Hörster unter anderem ein Kaminzimmer, ein Mehrzweck- und ein Fitnessraum mit verschiedenen Angeboten zur gemeinsamen Nutzung. Hinzu kommen ein Fahrradraum mit E-Bike-Ladestation und ein Café auf Wohnebene. Außerdem gibt es eine Dachterrasse, die von allen Bewohnern genutzt werden kann. Darüber hinaus können – je nach Wunsch der zukünftigen Bewohner – verschiedene Angebote geplant werden: vom Literaturkreis bis zur Nordic-Walking-Gruppe, erklärt Schröder-Hörster. „Außerdem ist Service ein großesThema“, so der Johanniter-Vorstand. „In der Lobby im Erdgeschoss gibt es eine Rezeption mit Hausdame und Concierge, die verschiedene Erledigungen übernehmen.“ Zum Beispiel den Postversand oder einen Rezeptservice. Weiterhin haben die Bewohner die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Leistungen zu wählen: Wäschedienst, Menüservice, Pediküre, Putzservice. Auch an das Thema Pflege ist gedacht: Mit einem Pflegestützpunkt soll laut Schröder-Hörster die Betreuung im Haus möglich sein. Auch bei kurzer Krankheit könnten die Bewohner die Unterstützung in Anspruch nehmen.

Die Kosten

Für den Umbau der Lippe Galerie nimmt die Familie Teigeler rund 3,5 Millionen Euro in die Hand. Die Johanniter, die die Wohnungen zunächst für 20 Jahre als Generalmieter verwalten und über die die Wohnungen angemietet werden, investieren rund eine halbe Million in die Ausstattung. Die zukünftigen Mieter zahlen rund zwölf Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und für die Nutzung der Gemeinschaftsanlagen. Dazu kommt eine sogenannte Betreuungspauschale von 95 Euro, mit der die Kosten für Concierge, Hausnotruf und Co. abgedeckt werden.

Die Bauzeit

Im Mai soll es mit den Umbauarbeiten im Obergeschoss der Lippe Galerie losgehen, sagt Laura Teigeler. „Wir rechnen mit rund zwölf Monaten Bauzeit, so dass die ersten Mieter Ende Mai/ Anfang Juni 2020 einziehen kön-nen“, freut sie sich auf den Start des Projekts. „Wir sehen darin einen großen Gewinn für Lippstadt und die Men-schen, die auch im Ruhestand aktiv am Leben teilhaben möchten.“

Wir danken dem Patrioten, sowie Frau Carolin Cegelski für den umfangreichen Artikel